
Ausgangslage
Die Sportuhr sammelt alles: HRV, Schlaf, Belastung. Aber die Trainingsentscheidung bleibt beim Menschen, und die nativen Empfehlungen glätten die Werte und kennen weder den Kalender noch das subjektive Befinden. Die Frage dahinter: Was kann ein Coach, der die Rohdaten wirklich liest?
Vorgehen
Ein selbst gebauter MCP-Server gibt Claude Lesezugriff auf die eigenen Garmin-Daten, bewusst read-only. Darauf sitzen ein Dashboard fürs Handy und ein Coach mit drei Modi: Wochenplanung, Tages-Anpassung und Soll-Ist-Feedback. Entschieden wird gegen akute Tageswerte statt gegen geglättete Kurven.
Dazu kommt eine Tagebuch-Ebene: Besondere Termine und das eigene Befinden, etwa Muskelkater, lassen sich eintragen, und der Coach liest sie mit und lässt sie in den Wochenplan einfliessen. Aus den Tagen vor früheren Krankheitstagen wurden zudem Muster in den Gesundheitswerten ausgewertet. Zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, kann der Coach frühzeitig vorwarnen. Und Fragen beantwortet er im Dialog, wie ein echter Trainer.
Das Vorwarnen ist Früherkennung auf den eigenen Daten, keine Diagnose. Genauso bewusst ist die Grenze gesetzt: Es gibt keinen Diagnose-Modus. Medizinnahe Fragen leitet der Coach konsequent an Fachpersonen weiter.
Resultat und Beleg
Täglich im Einsatz, inklusive des Moments, der das Konzept bestätigt hat: Der Coach verweigerte eine geplante Einheit wegen roter Erholungswerte, gegen meine eigene Absicht, und lag damit richtig.
Vor dem Produktivbetrieb fand ein adversarialer Review 13 Fehler, davon 4 kritische. 51 automatisierte Tests sichern den Stand ab.